Der Energieausweis – Ein Instrument, um Energieeinsparungen anzustoßen

Hauseigentümer müssen in Zukunft bei Verkauf oder Vermietung ihrer  Immobilie eine Auskunft über deren Energieverbrauch geben. Das sieht die neue Energieeinsparverordnung vor. Potenzielle Käufer oder Mieter können danach einen Energieausweis verlangen, der ihnen Auskunft über den energetischen Zustand des Gebäudes gibt. Während die Ausweise bis 2008 nur für die Errichtung, Änderung oder Erweiterung von Gebäuden vorgeschrieben waren, so besteht heute eine Ausweispflicht für alle Wohngebäude. Wer potentiellen Käufern oder Mietern keinen Energieausweis vorlegen kann, muss mit einem Bußgeld rechnen. Immobilien, die nicht verkauft oder neu vermietet werden, weniger als 50 m² Nutzfläche besitzen oder denkmalgeschützt sind, benötigen keinen Energieausweis.

Energieausweise sind 10 Jahre ab dem Tag der Ausstellung gültig.

Grundsätzlich können Eigentümer von bestehenden Gebäuden frei wählen, ob sie einen Bedarfs- oder Verbrauchsausweis ausstellen lassen. Zwischen Bedarfs- und Verbrauchsausweisen gibt es wesentliche Unterschiede, da die Ermittlung der Energiekennwerte nach unterschiedlichen Methoden erfolgt. Während beim verbrauchsausweis der tatsächliche Energieverbrauch gemessen und um witterungsbedingte Einflüsse bereinigt wird, basiert der Bedarfsausweis auf energetischen Kriterien und nutzt standardisierte Werte. Gebäude- und Anlagentechnik werden also unabhängig vom Standort, der Nutzung und der Witterung beurteilt. Dies gewährleistet eine bessere Vergleichbarkeit, da insbesondere das Nutzerverhalten keinen Einfluss hat. Die Daten für beide Ausweisarten können durch den Eigentümer erhoben und bereitgestellt werden. Die Form des Ausweises ist durch die Energieeinsparverordnung vorgegeben. Der Ausweis besteht aus 4 Blättern und einem Zusatzblatt, auf dem standardisierte Modernisierungstipps beschrieben werden. Dies stellt allerdings keine Energieberatung da.

Wiesbaden, 20.04.2013 / WAF